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Rumänien
 

Ein besonderes Ereignis mit vielen Eindrücken durften wir bei unserem diesjährigen Start zu unserer Herbsttour erleben. Wir wurden von den Franziskanern der Missionszentrale in Bonn eingeladen in Sibiu (Herrmannstadt, Siebenbürgen) ein Konzert zu geben.
Dort fand ein viertägiges Symposium statt, zu dem RumänierInnen aus dem ganzen Land angereist kamen. Thema des Seminars:
Brücken bauen und erhalten zwischen Menschen verschiedener Glaubensrichtungen innerhalb der Kirche.
Opera Nova gestaltete, gemeinsam mit einem orthodoxen Chor aus der Gegend, den musikalischen Abschluss des Seminars. So wurden nicht nur durch Gespräche und Gedanken Brücken gebaut, sondern auch durch Musik.
Es war ein schönes Erlebnis für uns, dass unsere Musik auch die Menschen außerhalb unseres Landes berührt. Dass wir trotz unseres sparsamen Equipments (wir mussten alles mit dem Zug transportieren) und dem wenigen Schlaf tolle Konzerte geben konnten lag zum großen Teil auch an den offenen Herzen unseres Publikums. Sowohl in Rumänien als auch anschließend in Wien.
Wir bekamen in Sibiu außerdem die (noch) einmalige Gelegenheit das Franziskanische Friedensgebet, GEMEINSAM von einem römisch-katholischen, evangelisch-lutherischen und rumänisch-orthodoxen Priester gelesen zu bekommen und dieses auch musikalisch zu umrahmen.
Für uns war es sehr beeindruckend, mit wie viel Leidenschaft und persönlichem Engagement sich die SeminarteilnehmerInnen der Sache der Verbrüderung stellen. Die politischen Verstrickungen zwischen den verschiedenen Völkern und Religionen innerhalb dieses Landes sind für uns Außenstehende kaum zu begreifen oder nachzuvollziehen. Ohne Unterlass und gegen teilweise sehr rauen Gegenwind setzen sich die Franziskaner dort ein für Waisenkinder, Völkerverständigung, Behinderte und Arme am Rande ihrer Existenz.
Was wir allerdings sehr schnell begreifen konnten war die Tatsache, wie kalt es in diesem Land werden kann. Es war zwar erst Oktober, doch es wurde bereits am frühen Abend bitter, bitter kalt. Den Hunger der Armen in Rumänien mussten wir als Gäste nicht erleben. Die Kälte aber hat uns nicht verschont.
Als wir durch Gespräche mit den Menschen erfuhren, dass die Heizkosten monatlich ca. dreiviertel eines Monatslohnes (ca. 100 Euro) verschlingen und dass eine Heizperiode ca. 7-8 Monate dauert, rückten die Sorgen der Menschen in diesem Land plötzlich ganz nahe.
Wir haben Sibiu im beheizten Zugabteil Richtung Wien verlassen, wo wir unser nächstes Konzert gaben.
Unsere Gedanken aber sind bei den Menschen in Rumänien geblieben.
Wir hoffen, dass wir mit den Franziskanern noch viele weitere Grenzgänge bestreiten dürfen und dass wir mit unserer Musik einen Beitrag zu deren Arbeit leisten können.
Weitere Informationen über die Arbeit der Franziskaner bekommen Sie bei

IDZ.Diakonatszentrum@t-online.de.
Opera Nova im Oktober 2003