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Konzert/ â€žOpera Nova“: Uraufführung in Martinskirche wurde vom Publikum begeistert aufgenommen

 

Mystisch-religiöses im rockigen Gewande

 

KIRCHHEIM  Die Musik unterm Kruzifix des Altars der altehrwürdigen Kirchheimer Martinskirche war so neu wie das Publikum in dem Gotteshaus, das mit stehenden Ovationen nach einer rund zweistündigen Aufführung am Sonntagabend begeistert „Opera Nova", das neue Projekt des Kirchheimer Gitarristen und Rockmusikers Werner Dannemann, feierte.Der Komponist betrat mit „Opera Nova" Neuland, wandte er sich doch der Bibel, der Scholastik und der Mystik zu - „zeitlose Texte der Weisheit", wie sie Dannemann-Freund und Begleiter Frieder Claus von der Esslinger   Obdachlosenbetreuung „Heimstatt" in seiner Einführung ankündigte. Lyrisches des mittelalterlichen Kirchenlehrers Thomas von Aquino vertonte Dannemann hierbei ebenso wie Teile des Hohenliedes Salomos aus dem Alten Testament oder Texte der Benediktiner-Äbtissin und ersten deutschen Mystikerin, Hildegard von Bingen, und des bedeutendsten deutschen Mystikers, Meister Eckehart. Aber auch Pater Anselm Grüns Buch „50 Engel für das Jahr" inspirierte den Rockmusiker zu seiner neuen Musik,die er vorwiegend in Kirchen spielen will.

Mit Opera Nova ging Dannemann musikalisch über die Grenzen seines bisherigen Wirkens hinaus. Seine Herkunft wollte er dennoch nicht verleugnen. So überwogen in den acht Liedern und der Trilogie „Redeemer", „On My mind" und „Treasure" die rockigen und jazzigen Passagen. Sie waren gekonnt und in sich schlüssig verwoben mit gregorianischen Elementen und mittelalterlicher Musik. Doch wer Werner Dannemanns vorhergehendes Projekt „Romantic Discovery" kennt, konnte auch hiervon Anleihen heraushören.

Die Suche nach Wesentlichem aus einer neuen Ebene der Besinnlichkeit und einer Hinwendung des Komponisten zu Gott bildet bei„Opera Nova" das Zentrum und war die Triebfeder zu diesem Projekt. Mehr spürend und in sich hineinhörend als denkend ging er dabei vor und vertonte die Texte in einem weiten musikalischen Spannungsbogen und einer großen Dynamik.

Dabei verzichtete er bewusst auf die klassische Rockband, wie sie früher auch in den sogenannten Rock oder Beatmessen im Gottesdienst vorkam, und wählte eine gezielt sparsame, aber nicht weniger eindrückliche Instrumentierung. Mit Elke Rogge gewann Werner Dannemann für „Opera Nova" eine der bekanntesten  Drehleierspielerinnen Baden-Württembergs. Ein ebenso „göttliches" Händchen bewies er mit der Besetzung der Gesangsstimmen durch Daniela Epple, Elisa Ruz-Campos und Katharina Schwarz. Ihre unverbrauchten reinen Naturstimmen verliehen der Musik eine eigene Farbe und bestachen durch ihre Tonsicherheit. Dazu bildete der erdene Klang vor allem der Drehleier einen reizvollen Kontrast, die einmal nur den Grundton zum melodiösen Überbau lieferte und ein andermal als Streicherersatz für ein volles beinahe orchestrales Volumen sorgte. Interessant dabei die Verbindung von Drehleier zu Synthesizer.

Die Texte wurden in der Rocksprache englisch gesungen und waren akustisch, obwohl Michaael Hauff für einen ausgezeichneten Sound in der Kirche sorgte, nur schwer verständlich. Hier wäre ein Programmblättchen mit dem Abdruck in deutscher Sprache hilfreich gewesen. Dieses kleine Manko soll in weiteren Konzerten von „Opera Nova" behoben werden, wie Fried Claus ankündigte. Dann wird ein kleines Textbüchlein erscheinen.

Kompositorisch gesehen ist „Opera Nova" Werner Dannemanns ausgereiftestes Werk. Es fügt sich nah los an seine Vorgängerprojekte anund zeigt damit eine stringente musikalische Entwicklung auf.